Chaotischer Catalysator Stipendium

"Hegemoniale Männlichkeit in Videospielen – Inhaltsanalytische Perspektiven auf gegenwärtige Action-Adventures"

Titel:Hegemoniale Männlichkeit in Videospielen
Untertitel:Inhaltsanalytische Perspektiven auf gegenwärtige Action-Adventures
Hochschule:Europa-Universität Flensburg
Studiengang:Transformationsstudien
Geschrieben von:Matthias Lyssy
Veröffentlicht unter:DOI 10.5281/zenodo.19226555

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Die vorliegende Masterarbeit im Studiengang Transformationsstudien untersucht die Verhandlung hegemonialer Männlichkeit in zeitgenössischen Videospielen am Beispiel der Action-Adventures God of War Ragnarök und The Last of Us Part II. Ausgehend von der Annahme, dass Videospiele historisch männlich geprägt sind und als kulturelles Medium die Identität von Menschen mitformen, wird die Forschungsfrage diskutiert, wie männliche Normen in diesen virtuellen Räumen reproduziert oder dekonstruiert werden. Der theoretische Analyserahmen verknüpft u.a. die soziologische Konstruktion von Gender (Butler), das Konzept der hegemonialen Männlichkeit (Connell) und die Theorie der Externalisierung als männliches Bewältigungsmuster mit technikphilosophischen Perspektiven wie dem Cyborg-Manifest (Haraway). Methodisch basiert die Arbeit auf einer qualitativen strukturierenden Inhaltsanalyse nach Mayring, wobei deduktive Kategorien aus dem „Conformity to Masculine Norms Inventory“ (CMNI) durch induktiv gebildete Feinkategorien in der Analyse ergänzt wurden. Die Analyseergebnisse verdeutlichen, dass beide Spiele traditionelle Männlichkeitsbilder nicht bloß reproduzieren, sondern kritisch hinterfragen. Während in God of War Ragnarök die Vater-Sohn-Beziehung zur Subversion hegemonialer Männlichkeit und zur Förderung emotionaler Reife beiträgt, verhandelt The Last of Us Part II durch seine weiblichen Hauptcharaktere die Konsequenzen einer gewaltvollen Männlichkeit und bricht klassische Geschlechterdualismen auf. Damit leistet die Arbeit einen Beitrag zur „gender equality quest“ in Videospielen und zeigt einen Hebel – einen "deep leverage point" – für eine sozial-ökologische Transformation unserer Gesellschaft auf.